Am 20.4.2018 fand die Monatsversammlung statt, die von 20 Zuchtfreunden besucht wurde.

Der Vorsitzende Friedo Hauff berichtete von der LV Tagung in Wedemark sowie über den Frühjahrsputz in Klecken, unter dem Motto ‚Klecken räumt auf‘. Der NGZV Klecken hat sich dabei unter Federführung von Kurt Rother wieder um den Dorfteich gekümmert.

Weiterhin ging es um Organisatorisches für das Hähnewettkrähen am Himmelfahrtstag in Lindhorst.

Beim Skatturnier der Klecker Vereine, das zeitgleich mit der Versammlung stattfand, vertraten Manfred Heymuth, dessen Sohn sowie Thorsten Mohr den NGZV.

Friedo Hauff berichtete dann von einer Anfrage des Buchholzer Gymnasiums am Kattenberg. Hier will eine 8 Klasse im Rahmen einer Projektarbeit sich mit den Themen Imkern, Gemüseanbau und Hühnerhaltung auseinandersetzen. Friedo Hauff nimmt erst einmal Kontakt zum Lehrer auf und klärt, wo Bedarf besteht. Karl Heinz Weselmann und Volker Niemeyer erklärten sich bereit, die Schule entsprechend zu unterstützen.

Die KITA in Hittfeld hat von Karl – Heinz Weselmann Sundheimer Küken erhalten. Dieses Projekt wird auch von Karl – Heinz Weselmann betreut. Er wird die Tiere beringen und regte an, dass die KITA die Tiere dann auch bei der nächsten Schau in Klecken ausstellen sollen. Auf jeden Fall wird das Aufwachsen der Küken genauestens von der KITA dokumentiert und in Fotos festgehalten.

Eine weitere Anfrage nach Küken kommt eventuell noch vom Kindergarten in Rade.

Ebenfalls wurde noch einmal über den gemeinsamen Besuch einer Großschau diskutiert. Es kristallisierte sich heraus, dass die Züchter gern im ersten Dezemberwochenende nach Leipzig fahren wollen. Die Hin- und Rückfahrt soll allerdings nicht mit dem Bus, sondern mit der Bahn ab Bahnhof Klecken oder Harburg erfolgen. Auf der nächsten Versammlung werden dann verbindliche Zusagen erwartet, damit frühzeitig kostengünstige Tickets gebucht werden können.

Züchterisch ging es auf der Aprilversammlung um die Entwicklung und Geschichte der Strassertaube, in einem reichlich bebilderten Vortrag von Marco Rother.

Entstehungsgebiet der Strasser ist Mähren in der früheren Tschechoslowakei. Nikolsburg soll die Hochburg der historischen Zuchten gewesen sein. Um 1840 gelangten dann die auffallend großen Tauben über Brunn nach Wien.

Strasser sollen aus Feldtauben, Florentiner, Modeneser und Kropftauben entstanden sein.

Die Tiere waren kräftig, absolut flugtüchtig, sehr fruchtbar und felderten.

Den Rassenamen erhielten die Tauben, abgeleitet von „Straße“, weil sie in böhmen-mährischen Dörfern auf Straßen ihr Futter suchten. In den ersten Jahrzehnten waren rote, gelbe, weniger blaue und schwarze Tiere vorhanden. Nach Bayern gelangte die Strasser-Taube um 1875, wenige Jahre später schon in andere deutsche Gebiete. Die ersten Tiere auf Ausstellungen waren 1891, 1892 und 1894 in Hannover, Halle und Leipzig zu sehen.

In Deutschland legte man von Anfang an, viel Wert auf die Form, anders als in Tschechien, wo die Farbe an erster Stelle stand und deutlich farbintensivere Tiere zu finden waren.

Dieses Auseinanderdividieren bewirkte schließlich, dass mit den Mährischen Strasser letztlich eine eigene Rasse entstand. Zu eigenen Rassen entwickelten sich auch die Prachener Kanik und Böhmentauben (früher „Bayerische Strasser“).

Der Sonderverein der Strasserzüchter wurde 1907 gegründet und ist in 13 Bezirke untergliedert.

Die Entwicklung in Deutschland hat letztlich einen Strassertyp herausgebracht, der nicht mehr viel mit den Ausgangstypen zu tun hat. Die beliebten Strasser zählen heute neben King zu den schwersten Taubenrassen.

Bullige Köpfe und ein teilweise zu lockeres Gefieder, tiefe Stände, bei denen die Ständer im Käfig kaum noch zu sehen sind, wenig Flugfreude, was letztlich auch der Volierenhaltung geschuldet wird und teilweise mäßige Aufzuchtergebnisse lassen die Schar der Kritiker ansteigen, die mit der Entwicklung der Strasser nicht einverstanden sind.

Auf der anderen Seite profitieren die Mährischen Strasser hiervon, so dass momentan ein enormer Zulauf bei den Mährischen zu beobachten ist.

Strasser werden in 29 Farbenschlägen gezüchtet, wobei die Spitze bei den häufig gezüchteten Farbenschlägen eng zusammen liegt. Die seltenen Farbenschläge, wie etwa rotfahl mit Binden streuen erheblich und reichen auch von der Form her nicht annähernd an die Spitzentiere der häufig gezüchteten Farbenschläge heran.

Man darf gespannt sein, welchen Weg die Strasserzucht in Zukunft gehen wird.

Ein Zurück und eine Annäherung an den Mährischen Strasser darf aber wohl nicht zu erwarten sein.

 

Volker Niemeyer